Kundenkarten in Apotheken

In vielen Bereichen des Wirtschaftslebens sind Kundenkarten seit Jahrzehnten ein fixer Bestandteil. Auch die Apotheken hat seit einigen Jahren das "Kundenkarten-Fieber" erfasst.

Aufgrund der stark steigenden Anzahl von Apotheken, die Kundenkarten anbieten, stellt sich oft nicht mehr die Frage, ob man eine Kundenkarte braucht, sondern ob man es sich leisten kann, dem Kunden keine Karte anzubieten. Die Kundenkarte hat, bei richtigem Einsatz, durchaus Vorteile.

Stammkunden gewinnen

Auch für Apotheken wird es immer wichtiger, Kunden in Stammkunden zu "veredeln". Für eine dauerhafte Kundenbindung eignen sich Kundenkarten bestens. Neben der immer noch dominierenden Leistung der Beratung als wesentlichem Instrument zur Kundenbindung, sind es Kunden immer stärker gewöhnt, auch einen kleinen finanziellen Anreiz für ihren Einkauf zu erhalten. Für die eigene Apotheke wird es immer schwieriger, sich diesem Trend zu verschließen - insbesondere, wenn Kundenkarten bereits in den Nachbarapotheken angeboten werden.

Zusatznutzen für den Kunden

  1. Überprüfung auf Wechselwirkungen und Verträglichkeit: Die Apotheke kann für einen Kunden bei jedem Kauf eines Medikaments unmittelbar prüfen, ob eine unerwünschte Wechselwirkung zu einem Dauermedikament vorliegt, oder ob es bekannte Nebenwirkungen gibt.
  2. Gespeicherte Einkäufe: Oft kommt es vor, dass ein Kunde von einem Produkt überzeugt war, sich aber beim nächsten Einkauf in Ihrer Apotheke nicht mehr an den Namen dieses Produktes erinnert. Mit der Karte haben Sie alle Einkäufe gespeichert und können sofort weiterhelfen.
  3. Sammelaufstellungen: Der Kunde erhält auf Anfrage eine Sammelaufstellung über alle bezogenen Produkte des letzten Kalenderjahres (zur Geltendmachung von außergewöhnlichen Belastungen beim Finanzamt).
  4. Produktwarnungen: Es kommt vor, dass ein Hersteller sein Produkt aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen aus dem Verkehr ziehen muss. Sie können Ihre Kunden sofort davon informieren.
Marketinginstrument

Die Kundenkarte ermöglicht ein zielgerichtetes Direktmarketing. Spezifische Informationen können aus den Kundendaten gefiltert werden (z.B. Kosmetika). Anhand dieser Auswertung können bestimmte Kundengruppen gezielt für Aktionen oder neue Produkte angeschrieben werden. Darüber hinaus können bestimmte Zielgruppen auch zu Veranstaltungen oder Aktionstagen eingeladen werden.

Was kostet eine Kundenkarte?

Zunächst sind die Kosten für die Produktion der Karte zu berücksichtigen (ca. € 0,70 bis € 1 pro Stück). Zudem ist die Einführung der Kundenkarte zu bewerben und die EDV-technischen Voraussetzungen sind herzustellen. Die laufende Betreuung der Kundenkarte sowie der Kundendaten sind aufgrund des damit verbundenen Personalaufwandes nicht zu unterschätzen. Eine Kundenkarte ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn Sie die Karte gezielt als Marketinginstrument einsetzen. Die Rabatte, die auf Kundenkarten gewährt werden, reichen im Durchschnitt von 1-3 % (oft abhängig vom Einkaufsvolumen), wobei natürlich nur Artikel des Privatverkaufs rabattiert werden.

zurück >>>