Forschungsförderung für Klein- und Mittelbetriebe

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde - die Steuerreform 2011 bringt für innovative Unternehmer auch steuerliche Begünstigungen.

So wurde zwar der Forschungsfreibetrag zur Gänze abgeschafft, im Gegenzug jedoch die Prämie für "Forschung und experimentelle Entwicklung" (F&E) sowie für außer Haus vergebene Forschungsaufträge (bis max. € 100.000 pro Jahr.) von 8% auf 10% angehoben. Und F&E im steuerlichen Sinn findet nicht nur in riesigen Forschungsabteilungen und Labors, sondern häufig bereits bei Kleinunternehmen mit wenigen Mitarbeitern statt!
Welche Aufwendungen sind begünstigt?

  • Löhne/Gehälter, der im Bereich F&E beschäftigten Mitarbeiter einschließlich Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung inklusive freiwillige Sozialleistungen. Werden die Mitarbeiter nicht ausschließlich in F&E tätig, können die Aufwendungen anteilig herangezogen werden.
  • Unmittelbare Aufwendungen und Investitionen (und zwar die Anschaffungskosten und nicht nur die Abschreibung), die nachhaltig der F&E dienen.
  • Finanzierungsaufwendungen, wenn sie auf F&E entfallen.
  • Zuordenbare Gemeinkosten.
Beispiel
Um in den Genuss der steuerlichen Forschungsförderung zu kommen, ist es nicht notwendig, dass Sie neue Produkte oder Verfahren entwickeln. Auch deren Weiterentwicklung wird steuerlich gefördert. So kann etwa in einer Großbäckerei die Nutzung einer Maschine für weitere zusätzliche Einsatzbereiche als F&E gelten. Dafür ist beispielsweise ein Mitarbeiter zur Gänze, ein weiterer halbtags beschäftigt, wofür Kosten von € 70.000 anfallen. Weiters wird ein Arbeitsplatz um € 20.000 eingerichtet und Gemeinkosten von € 10.000 zugeordnet.
Damit erwachsen dem Unternehmer jährlich € 100.000 an Aufwendungen für F&E, wofür eine Forschungsprämie in Höhe von € 10.000 steuerfrei zusteht, obwohl die Aufwendungen voll abzugsfähig bleiben.

Unsere Empfehlung: Die F&E Aufwendungen sollten penibel und im Rechnungswesen von Beginn an gesondert erfasst werden. Anderenfalls sind spätestens im Rahmen der nächsten Betriebsprüfung Diskussionen vorprogrammiert.

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